Was ist die Marschkunst?

Die Aktion Marschkunst-Kunstmarsch fand letztmalig im Jahr 2006 unter dem Titel:"BIS HIER HER" statt. Sie war eine Plattform für Künstler, die mit ihren Werken die engen und manchmal auch beengenden Räume ihrer Ateliers, Werkstätten und Wohnungen verlassen wollten. Sie kamen aus der Winsener Elbmarsch, dem Großraum Hamburg, aus Lüneburg, Uelzen, Cuxhaven, Goslar, Köln, Berlin und weiteren Gebieten.

Neben der Förderung der Künstler, die sich hier teilweise zum erstenmal einer größeren Öffentlichkeit zeigten, hat sich die Aktion Marschkunst-Kunstmarsch auch zum Ziel gesetzt, die Begegnung der Bevölkerung mit neueren Formen von Kunst zu fördern und ein Nachdenken über Kunst in unserer heutigen Zeit in Gang zu setzen. Das führte zu unserer großen Freude auch dazu, dass sich Einwohner der beteiligten Orte dazu angeregt fühlten, selbst gestalterisch tätig zu werden.

Während der Marschkunst-Kunstmarsch wurden fast ausschließlich Kunstwerke im Freien präsentiert. Da die meisten Objekte während des Sommers entlang wenig befahrener Wege der Binnenmarsch standen, stieß die 10 bis 15 KM lange Kunstroute vor allem bei Fahrradfahrern jedes Jahr auf großes Interesse.

Mit dem frühen Tod der beiden wichtigsten Protagonisten Walther Zander (2007) und Karin Zander (2008) ist die Marschkunst heute Geschichte. Eine Wiederaufnahme ist zur Zeit nicht geplant. Sollten sich aber engagierte Mitstreiter finden, wäre eine Neuauflage denkbar.

Die Aktion war nie kommerziell ausgerichtet und wurde nur durch Spenden und bescheidene öffentliche Zuschüsse getragen.

Frühjahr 2009 (P. Jacob)

10 Jahre Marschkunst

Die Freiluft-Kunstausstellung im Bereich der Winsener Elbmarsch fand im Jahr 2006 zum 10. und letztenmal statt. Initiatoren waren wiederum die Ehepaare Sigrid und Peter Jacob und Karin und Walther Zander aus Fahrenholz und Regine Bandyopadhyay aus Radbruch. Wie in allen vorangegangenen Jahren hatte auch diesmal der FÖRDERVEREIN ELBMARSCHKULTUR e.V. die Schirmherrschaft übernommen.

Aus der Grundidee des Jahres 1995, Künstler und Grundstücksbesitzer zusammenzuführen, um in Privatgärten für eine Sommersaison Kunstwerke aufzustellen, war mittlerweile ein tragfähiges Konzept geworden, dass am Ende auch auf Wiesen und Weiden ausgeweitet wurde, die von Landwirten und Pächtern zur Verfügung gestellt wurden. Dazu kamen Stall- und Schuppenwände für Bilder aller Art, ein Teich, auf dem immer wieder Künstlerinnen schwimmende Installationen zeigten, ein kleiner Flusslauf, an dessen Ufern und auf dessen Wasserfläche Werke aufgebaut wurden. Manches wurde schon in Bäume gehängt oder in die Erde gegraben oder an eine Brücke gehängt.

Seit Beginn dieser Aktion haben sich mehr als 120 Künstler mit ihren Werken beteiligt. Genau nachgezählt hat dies noch niemand, was wohl auch schwer wäre, da zu diesen erstgenannten noch einmal eine große Zahl von Schülern aller Altersstufen hinzukam, die allein oder in Gruppen im Rahmen von Projekten des Kunstunterrichtes vertreten waren. So gab es 1999 die Aktion "Blaue Blumen" bei der über 150 Schüler vieler Schulen aus Winsen und Umgebung mit selbstgefertigten blauen Blumen im Bereich Tönnhausen eine große Blumenwiese gestalteten. Im Jahr zuvor hielten mehr als 50 Tönnhäuser Kinder ihr Dorf in über 1200 Fotos fest, die alle auf einer langen Wand im Freien den Sommer über präsentiert wurden.