Neuigkeiten der Marschkunst


5.7.2004

Am Wochenende zwischen dem 1. und 3. Juli haben einige selbsternannte Kultur- und Kunstwächter auf dem Gelände des Osterfeuerplatzes in Tönnhausen ganze Arbeit geleistet und Tönnhausen zumindest zum Teil von nicht genehmer Kunst bereinigt.
Sie haben damit vor allem 20 Jugendlichen, die im Rahmen von Schule und in ihrer Freizeit mit z.T. nicht unerheblichem Arbeitsaufwand und Kosten 5 Kunstwerke geschaffen und aufgestellt haben, einen Bärendienst erwiesen. Besonders anerkennenswert ist dabei, dass die Reste der Kunstwerke zum Abschluss der Säuberungsaktion ordentlich zusammengestellt wurden (s. Foto). Bravo!


Die Aktionisten gegen Kunst müssen gut ausgerüstet und obendrein ziemlich kräftig gewesen sein, da sie außerdem 5 Fernseher einer Installation von Peter Jacob, nicht ganz fachgerecht, aber absolut endgültig zerlegt haben. Hier ein nicht ganz so großes Bravo, wurden doch die Reste nicht wie bei den Werken der Jugendlichen anschließend zusammengekehrt. Pfui!



Außerdem wurde die Arbeit "Klangwippe" von Almut Grypstra, ebenfalls auf dem Osterfeuerplatz, stark beschädigt. Die mit Blech geschlossenen beiden Enden der Wippe wurden mit brutaler Gewalt aufgerissen und die Kugeln, die für den Klang beim Wippen sorgten, gestohlen. Dieses Werk war besonders bei Kindern beliebt. Während der Eröffnung der Marschkunst am 12. Juni war die Klangwippe ständig von ihnen belagert.

Es ist traurig, dass es offensichtlich eine Gruppe von Menschen im Bereich Tönnhausen gibt, deren Intoleranz gegenüber anders Denkenden auch vor brutaler Zerstörung nicht zurückschreckt.